Das Bild besteht aus drei Komponenten. Im Hintergrund befinden sich mehrere Fotos von Pflanzen (Blüten, Früchten, Blättern), die verschiedene Farben abbilden. Darüber liegt ein weißer Kreis. Im weißen Kreis steht die Schrift "Farbenjagd - Auf Entdeckungsreise durch unsere bunte Welt".
Lernumgebung

Kurzübersicht


Fach
Kunst
Klassenstufe
Klasse 2
Unterrichtsform
Gruppenarbeit, Plenum, Partnerarbeit, Unterrichtsgang
Zeitbedarf / Dauer
6x 45 Min.
Technische Voraussetzungen
Tablets oder PCs mit Internetverbindung, Kamera(-App), Google Arts & Culture

Farbenjagd

Auf Entdeckungsreise durch unsere bunte Welt


In dieser Unterrichtskonzeption werden die Kinder der zweiten Klasse für Farben und deren Bezeichnungen sensibilisiert. Sie nehmen Farben auf einer Farbenjagd durch die Schulumgebung wahr und lernen, diese zu ordnen und auch selbst zu mischen. Aufbauend auf diesen Grundlagen erstellen sie ein Gemälde einer Landschaft aus nur einer Farbgruppe. Beispiele von Kunstschaffenden betrachten sie über Google Arts & Culture.
von:
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Lizenz:
CC BY-SA 4.0 Lizenz
Lizenzangabe:
© Lernumgebung "Farbenjagd" von Idee von Maria Degenhardt, Samuel Harnisch, Jorinde Kräuter & Lena Ruttloff; überarbeitet von Katrina Körner & Anna Fischer unter der Lizenz CC BY-SA 4.0 via DigiLeG macht Schule
Bild:
© Abbildung "Vorschaubild der Farbenjagd" von Katrina Körner unter der Lizenz CC BY-SA 4.0 via DigiLeG-Portal
  • Die Kinder sind sensibilisiert für die Farben der Umwelt und halten diese fotografisch fest.
  • Die Kinder üben sich darin, Farben zu ordnen, zu gruppieren und zu benennen.
  • Die Kinder sind in der Lage, Farben zu mischen (aufhellen, abdunkeln) und können beschreiben, wie sie das tun.
  • Die Kinder üben sich darin, ein Kunstwerk zu beschreiben.

Farben sehen

Ob in Kleidung, Kunst, Natur, Technik oder Kultur – überall begegnen den Kindern im Alltag Farben. Unsere Welt ist voller Farben, aber jeder Mensch, jedes Kind sieht sie anders und nimmt sie unterschiedlich auf (Dietl 2011, S. 41). Die Fähigkeit, Farben bewusst wahrzunehmen und benennen zu können, entwickelt sich bei Kindern erst recht spät und mit großen Altersunterschieden (Kirchner 2013, S. 77). Kleinkinder können beispielsweise zu Beginn nur zwischen Hell und Dunkel unterscheiden, können mit zunehmendem Alter Rottöne und warme Farben erkennen und erst danach kältere Farben (Kirchner 2013, S. 77).

Farben zu sehen ist eine Wahrnehmungsleistung unseres Gehirns und davon abhängig, dass

  • Licht existiert,
  • das Auge die Fähigkeit besitzt, Farbreize aufnehmen und weiterleiten zu können und
  • die aufgenommen Farbreize wahrgenommen und verarbeitet werden können (Meerwein, Rodeck & Mahnke 2007, S. 18).

Newtons Theorie des weißen Lichts

Isaac Newton entdeckte im Jahr 1704, dass sich weißes Licht in die sieben Spektralfarben zerlegen lässt und revolutionierte so das Wissen über die Entstehung von Licht und die Anzahl der Grundfarben (Welsch & Liebmann 2012, S. 295). Was tat er genau?

Erster Newtonscher Versuch: Newton warf einen gebündelten Lichtstrahl auf ein Prisma. Dabei entstanden auf der dahinterliegenden Wand bunte Streifen in den Regenbogenfarben.

Zweiter Newtonscher Versuch: Im zweiten Versuch nutzte er zwei Prismen, um zu überprüfen, ob sich die farbigen Lichtstrahlen weiter zerlegen lassen. Auf der Wand erschienen aber die gleichen farbigen Lichtstrahlen.

Dritter Newtonscher Versuch: Newton wiederholte den ersten Versuch, bündelte die sieben Farbstrahlen dabei aber auf einer Sammellinse und warf deren Lichtstrahl wiederum auf die Wand. Dabei ergab das Licht aus der Sammellinse nun das Ausgangslicht aus der Lichtquelle, also weißes Licht.

Somit legte er den Grundstein für die Regeln der additiven Farbmischung (Welsch & Liebmann 2012, S. 119).

Farben ordnen

Über 60 verschiedene Varianten Farben zu ordnen sind mittlerweile bekannt (Welsch & Liebmann 2012, S. 115). Folgend werden einige Beispiele vorgestellt.

Ein bekanntes Farbsystem ist der Farbkreis nach Itten. In seinem Werk „Kunst der Farbe“ (1961) konstruiert er ein Ordnungssystem der Farben. Dabei „verweist [er] insbesondere auf den Zusammenhang zwischen den theoretischen Regeln und Kenntnissen und der künstlerischen Inspiration des Einzelnen. […] Er verstand seine Farbenlehre als Hilfsmittel für die Förderung der unterschiedlichen Begabungen und versuchte das subjektive Farbempfinden des Einzelnen zu objektivieren“ (Felgentreu & Nowald, 2005, S. 214). Ittens Farbkreis entwickelt sich aus drei Grundfarben (Farben erster Ordnung; Gelb, Blau, Rot). Sie sind in einem Dreieck in der Mitte des Kreises eingeschrieben. An den Seiten des Dreiecks ergeben sich die Mischfarben aus den Grundfarben: Orange, Violett, Grün (Farben zweiter Ordnung). Der Kreis setzt sich aus zwölf gleichen Teilen zusammen. An den Stellen, wo die Spitze eines Dreiecks an den Kreis stößt, werden folgerichtig die Farben übernommen. In den freien Abschnitten treten die Farben dritter Ordnung auf, die sich aus der Mischung der beiden angrenzenden Farben ergeben.

An Ittens Farbtheorie gibt es Kritik – unter anderem von Harald Küppers. Er wirft dem Farbkreis Ittens vor, dass er nicht auf den Gesetzmäßigkeiten des Sehens basiere. Die gewählten Grundfarben seien keine Grundfarben, weil sie bereits selbst Mischungen darstellen. Zum Beispiel sei Blau eine Mischung aus den Grundfarben Cyan und Violettblau. So führen die gegenüberliegenden Farben in Ittens Farbkreis zu falschen Kontrastpaaren (Welsch & Liebmann 2012, S. 120). Beanstandet wird zudem das Fehlen der Farben Schwarz und Weiß. Küppers zufolge müssten diese Farben mit den bunten Farben gleichrangig behandelt werden (Felgentreu & Nowald, 2005, S. 216).

Seinem eigenen Ordnungssystem legt Küppers physikalisch-optische Gesetzmäßigkeiten zugrunde. Demnach sind zur Bündelung des aus weißen Licht entsprungenen Farbenspektrums nur die Farben Grün, Violettblau und Orangerot nötig (= primäre Spektralfarben (Welsch & Liebmann 2012, S. 1)). Diese drei Farben bezeichnet er als Urfarben, weil drei verschiedene Arten von farbempfindlichen Zapfen im Auge für diese Farben besonders empfindlich sind. Allerdings lassen sich die Farbtöne mit Pigmenten nur mühsam mischen. Küppers ermittelt die folgenden Mischungen (Felgentreu & Nowald 2005, S. 216):

  • Kadmiumgelb / Gelb + kühles Rot / Magenta = Orangerot
  • Gelb + türkiser Blauton / Cyan = Grün
  • Cyan + Magenta = Violettblau

Cyan, Magenta und Gelb bilden somit die primären Pigmentfarben (Welsch & Liebmann 2012, S. 1). Zusammen mit den als „unbunt“ bezeichneten Farben Schwarz und Weiß bilden diese Farben nach Küppers die Grundfarben (Felgentreu & Nowald 2005, S. 216).

Eine Definierbarkeit der Lichtfarben des Spektrums ist durch ihre Wellenlänge gegeben (ungefähre Werte):

  • Rot: 650-780 nm
  • Orange: 585-650 nm
  • Gelb: 570-600 nm
  • Grün: 490-570 nm
  • Cyan: 450-500 nm
  • Blau: 420-490 nm
  • Violett: 380-430 nm

Magenta ist keine Spektralfarbe, sondern ein Wellenlängengemisch von Blau und Rot.

Farben können nach drei Merkmalen differenziert werden:

  • Farbton (einzeln unterscheidbare Farben) (= Hue)
  • Helligkeit (Eigenhelle, Tonwert; erzeugt durch Mischen mit Weiß oder Schwarz) (= Value)
  • Intensität (Reinheit, Sättigung; blass bis leuchtend/grell) (= Chroma)

(Felgentreu & Nowald, 2005, S. 218; Welsch & Liebmann 2012, S. 121).

Dieser Unterscheidung bedient sich auch das Farbsystem von Munsell. Es beruht auf zehn Hauptfarben, welche über Helligkeit und Intensität in mehrere Hundert Farben differenziert werden können. Dieses Modell bildet die Grundlage für heutige verwendete Farbmodelle (Welsch & Liebmann 2012, S. 121).

Farben benennen

„Ein normalsichtiger Mensch kann zwischen 100000 und einer Million Farbnuancen unterscheiden, doch fehlen ihm für die meisten allgemein verbindliche Bezeichnungen.“ (Welsch & Liebmann 2012, S. 13)

Farbbegriffe sind nach Welsch & Liebmann (2012) ein wichtiger Teil im Sprachwortschatz verschiedener Sprachen (S. 13). Um die verschiedenen Farben benennen zu können, werden normierte Farbskalen genutzt, die die Farben bestimmten Oberkategorien zuordnen (z. B. Blau für Türkis, Aquamarin und Petrol). Ein Beispiel bildet das Farbsystem von Munsell, welches Farben nach Helligkeit, Sättigung und Farbton differenziert (s. oben). Eine deutsch sprechende Person nutzt für die Benennung von Farben circa sechs bis elf Grundbegriffe (Weiß, Schwarz, Rot, Grün, Gelb, Blau, Braun, Orange, Rosa, Purpur, Grau) und bis zu 200 zusätzliche Farbnamen (Welsch & Liebmann 2012, S. 14).

Sozialkompetenz

Die Kinder vergleichen ihre verschiedenen Ansätze eines Farbsystems und lernen auf diesem Weg, dass sich verschiedene Lösungsansätze für eine Aufgabe ergeben können. Die entstandenen Systeme können anhand ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschieden im Plenum diskutiert werden, dabei wird auf konstruktives Feedback geachtet.

Selbstkompetenz

Die Kinder nehmen die Farben der Umwelt wahr. Sie reflektieren ihre Wahl der Farbbegriffe und ziehen Beziehungen zwischen Farben und persönlichen Erfahrungen.

Methodenkompetenz

Die Kinder können Farben voneinander unterscheiden, durch das Mischen mit Schwarz und Weiß in ihrer Helligkeit und Intensität abstufen und sie benennen.

Sachkompetenz

Die Kinder wissen, wie Farbabstufungen hergestellt werden können. Sie können eine ausgewählte Farbe in einem Farbsystem in Bezug zu anderen Farben setzen und kennen die Begriffe Intensität, Helligkeit und Farbton.

KMK Kompetenzrahmen

  • Produzieren und Präsentieren
    • Rechtliche Vorgaben beachten
  • Problemlösen und Handeln
    • Werkzeuge bedarfsgerecht einsetzen

grundlegender Umgang mit der Kamera (z. B. vom Tablet): Wie öffne ich die Kamera-App? Wie nehme ich ein Foto auf? optional: Wie lösche ich ein Foto?

  • für den Versuch: Prisma, dunkler Raum, Spalt, Lichtquelle
  • Tablet-Satz für die ganze Klasse
  • Anwendungen: Kamera(-App), Google Arts & Culture
  • Papier, Farben, Paletten, Pinsel, Wasserbecher, Wasser, Lineal, Bleistift

Downloads

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  • ggf. Tabletregeln besprechen
  • ggf. AB Vorlage ausdrucken (s. Materialdownloads)
  • Materialien organisieren (s. Materalien)

Eingeführt wird mit dem Newtonschen Versuch zu den Farben. Dafür verdunkelt die Lehrkraft den Raum und wirft einen Lichtstrahl durch einen schmalen Spalt an die Wand. Wird in den Lichtstrahl ein Prisma gehalten, erscheinen an der Wand die farbigen Lichtstrahlen im Regenbogenspektrum. Auch mit einem Polylux / Overheadprojektor / Tageslichtprojektor kann der Versuch durchgeführt werden. Auf die Glasplatte des Projektors wird ein schwarzer Karton mit einem schmalen Schlitz gelegt. In das vom Spiegel ausgehende Licht wird das Prisma gehalten, welches wiederum die farbigen Strahlen auf die Wand wirft (vgl. LEIFIphysik). Bei dem Versuch steht das bildliche Verständnis der Kinder im Vordergrund. Diese benennen die Farben, die sie erkennen können (z. B. rot, orange, gelb, grün, cyan, blau, violett). Nun stellt die Lehrkraft den Kindern die Frage: Sind das alle Farben, die wir kennen? Vermutlich stellen die Kinder fest, dass sie mehr Farben kennen (z. B. grau, braun, pink). Zum Abschluss des Einstiegs weist die Lehrkraft die Kinder darauf hin, dass sich die Klasse intensiv mit Farben beschäftigen wird.

Mit der Frage „Welche Farben gibt es denn noch?“ beschäftigen sich die Kinder im explorativen Teil. Hierfür gehen sie auf eine Farbenjagd. Mit einer Kamera (z. B. vom Tablet) ausgestattet erkunden sie die Schulumgebung (z. B. Schulhof, Schulgebäude) und halten die verschiedenen Farben, die sie entdecken, fotografisch fest. Vorher werden sie von der Lehrkraft darüber aufgeklärt, ausschließlich Objekte zu fotografieren und keine anderen Personen. Für Kinder, die Schwierigkeiten mit der Aufgabenstellung haben könnten, können Farbkarten zur Differenzierung angeboten werden, mit denen sie durch die Umgebung laufen und die abgebildeten Farben suchen.

Die entstandenen Fotos werden von der Lehrkraft digital gesammelt und den Kindern im nächsten Schritt in digitaler oder ausgedruckter Form zur Verfügung gestellt.

Die Fotos der Kinder werden nun in Gruppen sortiert. Dabei steht natürlich die Frage im Raum, nach welchem System sie sortiert werden sollen. Die Kinder haben die Aufgabe, sich ein eigenes System bzw. eine eigene Farbordnung zu überlegen, in der alle Fotos Platz finden können.

Wo befindet sich das Braun im Regenbogen? Wie differenziert man zwischen Hell- und Dunkelblau im Farbsystem?

Die Gruppen präsentieren sich gegenseitig ihre Überlegungen. Je nachdem, welche Systeme entstehen, können im Plenum deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede hervorgehoben werden. Die Lehrkraft verweist nun darauf, dass über Jahrhunderte hinweg viele verschiedene Farbsysteme entwickelt und überarbeitet wurden und es bis heutige Uneinigkeiten darüber gibt, welches Modell das passendste ist, da es so viele Farben gibt. Anschließend stellt sie kurz das Modell von Munsell vor und erläutert, gegebenenfalls an passenden Beispielen, die Begrifflichkeiten Farbe, Farbton, Helligkeit und Intensität.

Farbe: Farbe ist eine Eigenschaft des Lichts. Wie wir Farben sehen, hängt vom Licht und den Augen ab. So können Menschen Farben unterschiedlich sehen. Unter Farbe versteht man den Farbeindruck von Gegenständen. Farben unterscheiden sich in Farbton, Helligkeit und Sättigung.

Farbton: Der Farbton beschreibt die Lage einer Farbe zu anderen Farben im Farbsystem bzw. die Zugehörigkeit zu einer Farbgruppe mit ähnlicher Wellenlänge. Zum Beispiel unterscheidet man zwischen Rot, Grün und Blau.

Helligkeit: Die Helligkeit beschreibt, wie hell oder dunkel eine Farbe ist. Zum Beispiel unterscheidet man zwischen Hellblau und Dunkelblau. Aufhellen kann man Farben mit Weiß, abdunkeln mit Schwarz.

Intensität: Die Intensität beschreibt, wie gesättigt eine Farbe ist, also wie sehr sie strahlt. Ungemischte Farben sind meist sehr grell und strahlend. Mischt man Farben mit Weiß und Schwarz, werden sie trüb. Auch das Mischen mit Wasser macht Farben trüber. Man unterscheidet beispielsweise zwischen Neongelb und Pastellgelb.

Im nächsten Teil beschäftigen sich die Kinder intensiv mit dem Mischen von Farben. Jeweils in Partnerarbeit erstellen die Kinder eine Farbtafel (4x5 Farben).

Material: Dafür benötigen sie Materialien zum Malen (Wasser, Wasserbecher, Pinsel, Farben, Palette, Unterlage) sowie Papier mit Kacheln (ca. 5x5 cm groß). Für das Mischen der Farben benötigen sie nur 4 Farben: zwei nebeneinanderliegende Spektralfarben, Schwarz und Weiß.

Vorgehen: In den vier Spalten mischen sie die zwei Spektralfarben miteinander (z. B. Gelb, Gelbgrün, Grüngelb, Grün). In den fünf Zeilen hellen sie diese Farben jeweils auf und ab. Als Unterstützung zum Anmischen der Farben dient ihnen das jeweilige Arbeitsblatt (s. Materialdownloads). Da sieben Farben als Grundlage genutzt werden, entstehen auch beim Mischen der Übergänge insgesamt sieben Gruppen, welche mehrfach vergeben werden können:

Gelb » GrünCyan » BlauViolett » RotOrange » Gelb
Grün » CyanBlau » ViolettRot » Orange

Für die Auswertung dieser Aufgabe ist wichtig zu erwähnen, dass die Kinder nicht alle Farben abgebildet haben, die es gibt. Auch zwischen den gemischten Farben sind weitere Abstufungen möglich. Es wird aber nicht empfohlen, die Farbtafel zu erweitern. Sollten Farbtafeln mehrfach entstanden sein, kann beispielsweise durch den Vergleich der Mischfarben darauf hingewiesen werden, dass mehrere Abstufungen möglich sind, da die Kinder höchstwahrscheinlich nicht das gleiche Mischverhältnis genutzt haben.

Mit den gestalteten Farbtafeln spielt die Klasse nun ein Spiel, um einerseits für die Vielfalt der Farben und andererseits für die Benennung von Farben sensibilisiert zu werden. Das Spiel orientiert sich am Aufbau und den Regeln des Brettspiels Hues and Cues.

Aufbau:

Die Farbtafeln werden in einer Art Tabelle an die Tafel gehangen oder auf dem Boden ausgelegt. Achtung: Die Ausgangsfarben sind jeweils doppelt vertreten und müssten je ein Mal verdeckt werden (gelb, grün, cyan, blau, violett, rot, orange). Die Spalten und Zeilen werden beschriftet mit A...U und 1...5.

Spielablauf:

  • Ein Kind sucht sich eine Farbe aus und schreibt sie an die Rückseite der Tafel oder nennt sie der Lehrkraft, z. B. „I3“. Die anderen Kinder dürfen nicht wissen, um welche Farbe es sich handelt.
  • Das Kind nennt anschließend laut ein Objekt, das es mit der Farbe assoziiert, z. B. Knoppers.
  • Anhand des Hinweises müssen die anderen Kinder nun erraten, welche Farbe das Kind meint und dürfen in Gruppen einen Tipp abgeben, z. B. sagen sie „H4“. Farbige Magnete (je Gruppe) markieren die Antworten der Gruppen.
  • Das Kind darf nun einen weiteren Hinweis nennen, um seine Farbe zu konkretisieren, z. B. „Powerade“.
  • Die Gruppen können nun ihren Farbtipp abändern. Auch diese Antwort wird mit Magneten markiert.
  • Anschließend wird ein Raster auf die ursprüngliche Farbe gelegt, z. B. in der Größe 3x3 (= Raster deckt nach oben/unten und links/rechts jeweils 3 Farben ab). Die Gruppen erhalten nun Punkte nach der Entfernung ihrer Antworten. Haben sie die Farbe genau getroffen, erhalten sie 3 Punkte. Liegt ihre Antwort im äußeren Ring des Rasters, erhalten sie 1 Punkt.
  • Alternativ können die Begriffe nicht nach Assoziationen sondern nach „Farbnamen“ gebildet werden, z. B. statt „Knoppers“ „meeresblau“.

In der Rezeptionsphase arbeiten die Kinder mit Google Arts & Culture und entdecken hier die Filterfunktion, mit der Kunstwerke nach Farben angezeigt werden können. In Partnerarbeit suchen sie sich ein Kunstwerk aus, das primär in einer Farbgruppe gestaltet ist.

„Sucht ein Kunstwerk aus. Es soll (fast) nur aus einem Farbton bestehen. Schaut es euch an. Wie viele Farben der Farbgruppe könnt ihr erkennen? Welche Dinge auf dem Gemälde kennt ihr eigentlich in einer anderen Farbe? Erzählt den anderen Kindern in der Auswertungsrunde, was ihr seht.“

Zur Unterstützung können den Kindern beispielsweise die folgenden Kunstwerke angeboten werden:

FarbeKunstwerk
CyanJames McNeill Whistler „Nocturne: Blue and Silver – Chelsea“, 1871
Blau

Harald Sohlberg „Winter Nights in the Mountains“, 1914

Childe Hassam „Rainy Midnight“, 1890er

Pink

Miguel Barbero „Last evening light“, 2016

António Carneiro, untitled, 1912

Gelb

Vincent van Gogh „Wheat field with reaper and sun“, 1889

Vincent van Gogh „Quinces, lemons, pears and grapes“, 1887

Grün

Vincent van Gogh „Green Wheat Fields, Auvers“, 1890

Vincent van Gogh „Ebene van Auvers“, 1890

Violett

Kang Un, 1996

Claude Monet „Shadows on the Sea, The Cliffs at Pourville“, 1882

Claude Monet „Waterloo Bridge, Sunlight Effect“, 1900

Orange

Diego Rivera „Street in Ávila“, 1908

Sanford Robinson Gifford „Leander’s Tower in the Bosporus“, 1876

Rot (sehr schwer)

Van Hier „Marinha, pôr do sol“

Susana Huerta „Sunset in Madrid“, 2017

Durch diese Aufgabe werden die Kinder dafür sensibilisiert, dass Farben verschieden genutzt werden können und Farben von Objekten veränderlich sind. Ein Himmel muss nicht immer blau sein und eine Sonne nicht immer gelb. Des Weiteren können Gemälde durch die Nutzung von bestimmten Farben auch bestimmte Stimmungen erhalten.

Die Kinder üben in diesem Schritt, wie mit nur einer ausgewählten Grundfarbe und deren Farbabstufungen bereits ein Bild entstehen kann. Ziel ist es, eine Landschaft mit Farben nur eines Farbtons zu gestalten – also monochrom. Dazu müssen die Kinder ihr Wissen und ihre Fertigkeiten zum Mischen der Abstufungen aus den vorangegangenen Schritten anwenden.

Es bietet sich an, zunächst im kleinen Format zu arbeiten. Das Arbeiten mit Etüden ermöglicht den Kindern, sich auszuprobieren, wobei eine Weiterarbeit auf größeren Formaten stets möglich ist. So kann erst einmal ausprobiert werden, wie sich ein grüner Baum beispielsweise vom grünen Himmel abheben kann. Für die Auswahl einer Landschaft zum Malen kann eine Geschichte oder ein Gedicht herangezogen werden (→ Fächerverbindung zu Deutsch), um die Kinder zu inspirieren. Zum Beispiel bieten die Gedichte „Die Landschaft“ von Sophie Mereau Brentano oder „Maler Frühling“ von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben für die Kinder einige Ansatzpunkte zum Gestalten einer Landschaft.

Für die Produktion werden die üblichen Materialien benötigt, bezüglich der Farben müssen unbedingt Schwarz und Weiß sowie ein Ausgangsfarbton für jedes Kind vorhanden sein. Es bestünde auch die Möglichkeit, die Kinder mit den Farben arbeiten zu lassen, zu denen sie im vorhergehenden Schritt die Farbtafel erstellt haben. Bevor der Produktionsprozess beginnen kann, sollten zunächst noch einige Fragen geklärt werden, beispielsweise welche Technik oder welche Materialien zum Auftragen der Farbe genutzt werden. Dabei kommt es ganz auf die Intention der Lehrkraft an und wie viel Freiheit der Kreativität der Kinder gelassen werden soll. 

Zum Abschluss können die entstandenen Werke besprochen und verglichen werden.

  • Wie ist den Kindern die Umsetzung der Aufgabenstellung gelungen?
  • Sind Probleme aufgetreten? Wie wurden sie gelöst?
  • Wie wirkt ein Werk, welches nur mit der Farbe Grün und deren Abstufungen gestaltet wurde im Vergleich zu monochromen Werken mit einer anderen Farbwahl?
  • Und wie ändert sich die Wirkung im Vergleich zu mehrfarbigen Beispiel?

Hierfür kann die Klasse eine virtuelle Ausstellung über Google Arts & Culture besuchen, zum Beispiel die Ausstellung „Die Farben der Landschaft“ der Alten Nationalgalerie in Berlin und können anhand der dort vorgestellten polychromen Werke den Vergleich vollziehen.

Weiterführung

Im Anschluss an die Gestaltung mit nur einer Farbgruppe können die Kinder die Möglichkeit erhalten, Highlights in einer anderen Farbe zu ergänzen, wie es auch die Kunstschaffenden in ihren Werken tun, z. B. Claude Monet "Waterloo Bridge", 1900/1903. Die Grundlage hierfür könnte ein Gespräch über Farbkontraste bilden.

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